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Umbruchstimmung

Die Wetter-App zeigt an, dass die nächsten Tage sonnig werden. 18 Grad und Sonne. Inzwischen hab ich akzeptiert, dass der Sommer nicht mehr wieder kommt, dass es keine spätsommerlichen Tage im September geben wird. Und es ist okay, bin jetzt längst in Herbststimmung und freue mich, den Sonntag unter einer Wolldecke statt am See zu verbringen.

Momentan bin ich irgendwo zwischen Sommer und Herbst. Der Herbst macht alles ruhiger, gemütlicher.  Und ich habe Zeit, meinen „Sommer“ Revue passieren zu lassen. Die Temperaturen waren nicht immer so ganz sommerlich, aber mein Gefühl. Meine Einstellung.

Dieser Sommer war so viel für mich. Er war anders. Aber gut. Besser als die letzten Jahre? Keine Ahnung. Man kann es irgendwie nicht vergleichen.

Dieser Sommer fühlte sich nach so viel Freiheit an. Freiheit mit Grenzen. Ich hab so viel nachgedacht, aber auch so oft einfach mal meine Gedanken ausgeschaltet. Einfach genossen. Hab versucht, im Hier und Jetzt zu leben und es ziemlich oft geschafft. Wollte jeden Moment aufsaugen und auskosten, weil ich wusste, wie unglaublich schnell er vorbeigeht. Wie vergänglich all das ist. Wie vergänglich das Leben ist und dass ich es jede Sekunde nutzen sollte.

Dieser Sommer war voller tiefer Gefühle. Nichts oberflächliches. Manchmal ging es mir richtig schlecht, manchmal richtig gut. Es war ein Auf und Ab und doch war ich einfach glücklich. Wirklich so richtig glücklich. So, dass ich die Welt umarmen wollte und dachte: Gott, wie schön ist es, am Leben zu sein?

Dieser Sommer war geprägt von so vielen besonderen Ereignissen.

Hab so viel Zeit in Berlin verbracht. Manchmal hab ich es gehasst – es ist eben nicht immer alles nur schön und toll. Aber im Großen und Ganzen hab ich es geliebt, wollte jede Sekunde genießen.

Hab diesen Sommer so viel Zeit mit „anderen“ Menschen verbracht. Und hab gemerkt, wie schön es sich anfühlt, offen gegenüber neuen Dingen zu sein. Einfach mal die Bedenken loslassen und machen. Dadurch sind mir so viele schöne Momente widerfahren.

Ich bin diesen Sommer gefühlt mehr Fahrrad gefahren als die letzten fünf Jahre insgesamt. (Nicht nur gefühlt, es ist wirklich so.) Hab angefangen regelmäßig Sport zu machen, was mir wirklich gut tat, aber durch meine Zeit in Berlin irgendwie unterbrochen wurde. Ich bin aus diesem Alltag rausgekommen und es war, als hätte ich auf Pause gedrückt, ein anderes Leben gelebt, und dann wieder auf Play. Jetzt bin ich irgendwo zwischen Pause und Neustart. Mal sehen.

Und so richtig vorbei ist der Sommer für mich noch nicht. Obwohl ich schon in Herbststimmung bin und gar keine Lust mehr auf so super warme Tage habe, hab ich im Herzen noch ein bisschen diese Sommer-Einstellung. Vielleicht, weil ich noch Semesterferien habe und der September für mich einfach noch zum Sommer zählt?

Diese Zeit gerade fühlt sich an wie eine Art Umbruch. Bald gehts nochmal nach Berlin und ich denke, danach wird wieder so richtig ein Alltag einkehren. Und der Sommer endgültig für mich vorbei sein. Nicht nur draußen, sondern auch in meinem Kopf.

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Alina

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20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

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